Historische Aufnahme vor dem Elefantenhaus, vermutlich 1930er Jahre
Historische Aufnahme vor dem Elefantenhaus, vermutlich 1930er Jahre

Das Hotel Alt-Bamberg

Adresse:Habergasse 11
Lage:96047 Bamberg - Insel
Baujahr:1582
verfügbar ab:sofort

Grundstück:

Zentral im touristischen Hotspot

Nutzung:

Gastronomie

Wohn-/Nutzfläche:

ca. 700 m²

Kauf-/Mietpreis:

1.300.000 Euro

Provision:

2,38% aus dem Kaufpreis inkl. MwSt.

Objektbeschreibung

Das Hotel Alt-Bamberg liegt an der Ecke Habergasse / Generalsgasse, nur wenige Meter von der zentralen Innenstadt-Achse, der Langen Straße, entfernt. Das „Elefantenhaus“ datiert laut Inschrift der Fassade in das Jahr 1582, welches ursprünglich mit der Generalsgasse 4 ein Ensemble bildete. Um 1732 erfolgte die Abteilung der Habergasse 11 zu seiner heutigen Gestalt. Eigentümer waren bis 1800 eine jüdische Familie, bis um 1900 wurde das koschere Restaurant „Goldschmiedt“ betrieben. 1941 wurde das Gebäude umfassend umgeplant. Das EG sollte ein großes Restaurant aufnehmen. Der bis dato im 1. OG bestehende Tanzsaal von 89m² wurde aufgegeben, um die Zahl von 8 Fremdenzimmer auf 12 zu erhöhen. In Summe umfasste das vergrößerte Gastzimmer im EG 165m², die 8 Fremdenzimmer im OG 127,95m² und 5 Fremdenzimmer im DG 63,20m² (Gesamtfläche nach Baubescheid 1941: 356,15m²). Man entkernte das Gebäude Anfang der 1950er Jahre weitgehend und es wurde eine Stahlbetondecke im ersten OG eingezogen. Schnell hatte man die Maßnahme aus denkmalpflegerischer Sicht bereut. Als versöhnliche Geste über den baulichen Verlust förderte die Stadt mit einer finanziellen Zuwendung die Restaurierung und Wiederanbringung des steinernen Hauszeichens von Hans Werner (1560-1623). Anton Bauer-Haderlein restaurierte das Reliefbildnis aufwendig und brachte es wieder an der Fassade an, links neben dem Hauseingang. Ab 1959 spielte täglich eine italienische Kapelle zum Tanz auf: von „schmeichelhaftem Tango bis feurigem Calypso“ ist alles zu hören (FT 27.06.1959). Schon 1961 wurden erneute Umbaupläne vorgelegt, um weitere Fremdenzimmer im DG einzubringen, mit anschließender Tektur für „stehende Dachfenster“. Getanzt wurde fortan im großzügigen Gastraum im EG: 1967 war das Elefantenhaus „Führendes Tanzcafé mit Bar“. Die Pension war brandschutzrechtlich überlastet, die Bauaufsichtsbehörde schaltet sich ein und stellte Modernisierungsbedarf fest. Aus einer Baubeschreibung um 1969 geht hervor, dass die tragenden Außenwände aus Mauerwerk HLZ 150 und Holzfachwerk ausgebildet sind. Die Innenwände aus 24cm HLZ 175 Ytong. Im Keller besteht ein massives Gewölbe, über dem EG die bereits erwähnte Stahlbetondecke. Über dem letztem Vollgeschoss ist eine Holzbalkendecke. Das Pfettendach hat einen stehenden Stuhl, die Dachneigung beträgt 45°, damals mit roten Biberschwänzen gedeckt. Die Böden aus schwimmenden Estrich verfertigt. Die Grundleitung Entwässerung hat den Durchschnitt 125, Steigleitungen LNA 100, Entlüftung WC 10/10 Eternit. Die Ölheizung  (Kaminquerschnitt 25/25cm Plewa) ist längst durch eine Gas-Zentralheizung ersetzt, die 2026 erneuert wurde. Im Zuge der Umbauarbeiten wurden ab 1970 diverse Tekturen nachgereicht, etwa zur Gestaltung der Treppenanlage von EG ins OG und darüber, als „angewendelte Stahlbetontreppe mit seitlichem Aufleger“. Im März 1972 war die Fassadenrestaurierung für das Hotel abgeschlossen. 1981 wurde der Brandschutz durch den Einbau einer nassen Feuerlöschleitung und Türen im EG aus massiver Eiche mit Feuerschutzanstrich gem. DIN 4102 geführt. 1984 erfolgte der Genehmigungsbescheid über ein „Schild oder Tafel ohne Ausleger“ über dem Eingang, optional mit Beleuchtungskasten neben der Haustüre, in Abstimmung mit Denkmalpflege. 1993 fand ein erneuter Betreiberwechsel statt, mit 53m² Frühstücksraum und 20m² großer Küche, welche weiterhin gemeinsam mit dem Restaurantgenutzt wurde. 2004 genehmigte die Stadt eine Freischankfläche zu 16m² und 12 Plätzen auf dem Trottoir, mit täglichem Betrieb bis 24:00 Uhr. 2005 verordnete die amtliche Feuerschau eine Löschwassereinspeisung, Flucht- und Rettungspläne an Türen und einen Panikverschluss an Terrassentüre. In den Gasträumen reguläre Feuerlöscher und CO2 Feuerlöscher für Fettbrände in der Küche. Im Dezember 2013 erfolgte die denkmalgerechte Erneuerung der 38 Fenster (2-flügelige Holzfenster Kiefernholz bds. Grau lackiert, RAL 7047, 2 waagrechte Sprossen 30mm breit glasteilend mit Dreh-Kippbeschlägen Wärmeschutz-Isolierglas Schallschutz 42dB mit „warmer Kante“ Ug-Wert1,0, 2-fach-Verglasung). 2010 wurde die Rezeption umgebaut, mit einer kleinen Küche versehen und somit der Hotelbetrieb operativ vom Restaurant getrennt. Das Frühstückszimmer wird seit einigen Jahren nicht mehr als solches genutzt.  2024 wurde die Gefache der Fassade renoviert und gestrichen. 2026 wurde die Gasheizung erneuert (Bosch Gas-Brennwertgerät GC7000). Das Restaurant steht vor einem Betreiberwechsel und auch der Pächter des Hotels hat Flexibilität signalisiert. Die Baugeschichte ist hauptsächlich dem Inventarband Kunstdenkmäler Ofr, Rh. 7, Bamberg Bd.5 (1990) und den Dokumenten des Bauakts entnommen. Sie erhalten die Quellen gerne auf Anfrage in Form eines PDF.

Die Habergasse in Bamberg

Südlich der Habergasse verläuft der Nonnengraben, ein Regnitzarm, der zugleich die Schlussstrecke des historischen Ludwig-Donau-Main-Kanals bildet. An seinen Ufern, nahe dem Wasser, waren seit dem Mittelalter Textilhandwerker und Färber angesiedelt. Nördlich der Habergasse verläuft die Lange Straße als direkte Achse zwischen Domberg, Altem Rathaus, Schönleinsplatz und den Justizgebäuden. Sie hatte seit hochmittelalterlicher Zeit eine besondere Bedeutung als Standort für Handel und Gastronomie – bis heute. Breite Trottoirs, Cafés mit Außenbestuhlung, zahlreiche Spezialitätengeschäfte, langsam dahinfließender Verkehr, hohe Frequenz an Fußgängern; all dies zeichnet die Lange Straße als kreuzendes Pendant der Fußgängerzone Grüner Markt. Die Habergasse mündet an ihrem nördlichen Ende in die Lange Straße und setzt sich jenseits davon im Grünen Markt fort. Über die Jahrhunderte wurden die bürgerlichen Häuser der Langen Straße schmuckvoll gestaltet, wobei die heutige Erscheinung im Wesentlichen auf das 18. Jhd. zurückgeht. Habergasse und Generalsgasse vermitteln hingegen spürbar die mittelalterliche Stuktur, mit der geschlossen erhaltenen Bebauung. 

Das Eckhaus Habergasse 11, das ehemalige „Haus zum Elefanten“, hebt darin mit seinem Zierfachwerk den besonderen Charme hervor. Es liegt damit an einer für Fußgänger sehr bedeutsamen Kreuzung. Dabei beschränkt sich der Kfz-Verkehr auf Anlieferung und Anwohner. Direkt gegenüber dem heutigen Hoteleingang befindet sich der seitliche Zugang zur Passage „Theatergassen“. Das Investorenprojekt wurde in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre realisiert, mit Bezug der Wohnanlage um 1990/91. Dazu veräußerte der St.-Otto-Verlag das Areal hinter den historischen Häuserzeilen an eine Bauträgergesellschaft, die das Gelände 1985 einebnen ließ und darauf das Wohn- und Geschäftsviertel Theatergassen errichtete. Beim Neubau wurden mehrere historische Gebäude abgetragen, darunter die profanierte, denkmalgeschützte vierte Synagoge aus dem Jahr 1852, Generalsgasse 15. Erhalten blieb nur ihr Portal, das heute den Eingang der Synagoge im Gemeindezentrum der Israelitischen Kultusgemeinde bildet. Die Habergasse führte direkt auf die Synagoge zu. Die Ecke Habergasse, Generalsgasse15  Zinkenwörth war also ein zentraler Ort jüdischen Lebens in Bamberg. Einen deutlichen Impuls erhielten die Theatergassen zuletzt durch hochwertige Betriebe am Eingang zur Langen Straße, etwa die Confiserie Storath und das Hotel-Restaurant Le Baldinger. In deren Erfolg mag man eine Blaupause sehen, wie auch das Hotel Alt-Bamberg von der Lage profitieren könnte. Insgesamt lässt sich die Habergasse als mittelalterliche Gasse charakterisieren, historisch zwischen Webern, Färbern, Händlern und Gastronomen gewachsen und heute dank des Fußgängerstegs über den Kanal direkt mit der Tiefgarage Schloss Geyerswörth und mit der Tourist-Information angebunden. Aus Sicht des Fremdenverkehrs eine ideale Lage!

Widerrufsbelehrung

Der Gesetzgeber schützt Kunden grundsätzlich vor versehentlichem Abschluss über postalische, elektronische, telefonische, oder technisch ähnliche Vermittlung. Sie haben deshalb das Recht Ihren Widerruf binnen vierzehn Tagen schriftlich formfrei an Volker Maisel Immobilien (Hölle 6 in 96049 Bamberg, 01728462197, E-Mail: info@atelier-maisel.de) zu richten. Im Fall des erfolgreichen Widerrufs werden Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, unverzüglich binnen 14 Tagen nach Eingang entgeltfrei zurückzahlen. Falls Sie wünschen, dass unsere Dienstleistung innerhalb der Widerruffrist beginnen soll, so haben Sie im Fall des späteren Widerrufs einen angemessenen Betrag zu zahlen, der bereits anteilig erbrachte Leistungen abgeltet. Sie haben ferner das Recht vor Ablauf der 14-tägigen Frist auf Ihr Widerrufsrecht zu verzichten, um sofort in den Genuß unserer Dienstleistungen zu kommen. In diesem Fall verlieren Sie Ihr Widerrufsrecht.

Provision

Käufer-Provision bei erfolgreicher Vermittlung 2,38% aus dem Kaufpreis inkl. MwSt.

Hinweise

Das Gebäude ist denkmalgeschützt und unterliegt somit nicht der Notwendigkeit der Vorlage eines Energieausweises gemäß § 79 Abs. 4 GEG. Die Denkmal-Aktennummer lautet D-4-61-000 227, mit Eintrag Ehem. Haus zum Elefanten, stattliches zweigeschossiges Eckhaus mit Satteldach, massives Erdgeschoss, zur Generalsgasse breiter Giebel mit Zierfachwerk, am Hans Werner zugeschriebenen Hauszeichen mit Elefantenrelief bez. 1582. Nachqualifiziert. Jede Veränderung bedarf der denkmalrechtlichen Erlaubnis nach Art. 6 BayDSchG. Ensemble-Denkmalschutz „Altstadt Bamberg“. Bodendenkmalschutz „Inneren Inselstadt“. Grundsätzlich gilt, dass zur Klärung der erhöhten Absetzbarkeit nach § 7i / § 10f / § 11b EStG ein Steuerberater hinzuziehen ist. Sie setzt eine eine Bescheinigung der Denkmalschutzbehörde und die vorherige Abstimmung der Maßnahmen vor Baubeginn voraus. Zu rechnende Kaufnebenkosten sind 2,38% Maklerprovision, 3,5 % Grunderwerbsteuer in Bayern, Notar/Grundbuch ca. 1,5–2 %. Laut Grundbuch: „Sanierungsverfahren wird durchgeführt (Stadt Bamberg, Az. 612, „Tor zur südlichen Kernstadt“); eingetragen am 22.08.2022.

Volker Maisel Immobilien ist nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet, die Identität der Kunden bei Abschluss festzuhalten. Daher ist es zwingend erforderlich, dass wir Sie zur gegebenen Zeit anhand Ihres gültigen Lichtbildausweis identifizieren. Alle Angaben zum Objekt beruhen auf Informationen des Verkäufers, bzw. auf die zur Verfügung gestellten Unterlagen, wobei Volker Maisel Immobilien sich um möglichst aktuelle, vollständige und korrekte Angaben bemüht. Gewähr und Haftung für die Objektangaben sind ausgeschlossen. Die im Prospekt enthaltenen Illustrationen, Visualisierungen, Einrichtungsgegenstände und Fotos sind als Skizzen zu verstehen. Sie dienen lediglich Informationszwecken. Zwischenverkauf, Vermietung und Irrtum vorbehalten. Das Angebot ist freibleibend.

 

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