Bürgerhaus in Top-Lage
| Adresse: | Lange Straße 15 | |
| Lage: | Inselstadt 96047 Bamberg | |
| Baujahr: | 1806 | |
| verfügbar ab: | 01.03.2027 |
Grundstück:
199m²Nutzung:
Gewerbe-WohnhausWohn-/Nutzfläche:
616m²Kauf-/Mietpreis:
1.100.000 €Provision:
2,38% des Preises inkl. MwStLage
Die Bezeichnung Lange Straße ist bereits 1321 überliefert. Sie bildet die direkte Achse zwischen Dom, Altem Rathaus, Schönleinsplatz und Gericht. Die Straße hatte schon immer eine besondere Bedeutung als Standort für Handel und Gastronomie - bis heute. Breite Trottoirs, Cafés mit Außenbestuhlung, zahlreiche Spezialitätengeschäfte, langsam dahinfließender Verkehr, hohe Frequenz an Fußgängern; all dies zeichnet die Straße als kreuzendes Pendant der Fußgängerzone Grüner Markt aus, wo die großen Handelsketten angesiedelt sind. Über die Jahrhunderte wurden die bürgerlichen Häuser schmuckvoll gestaltet, wobei die heutige Erscheinung im Wesentlichen auf das 18. Jahrhundert zurück geht. 1789 ereignete sich zwischen der Kessler- / Hellerstraße und der Langen Straße ein Brand. Dabei gingen die Häuser Lange Straße 15 bis 19 vollständig ab. Anstelle derer ließ der Bürger Johan Georg Roppelt neue Häuser in der Zierform des „Bamberger Plattenstils“ erbauen. So auch auf dem Grundstück der Langen Straße 15 und 17.
Objektbeschreibung
Zum Verkauf steht das Anwesen Lange Straße 15 in Bamberg: ein dreigeschossiges, traufständiges Bürgerhaus mit Sandsteinfassade im Plattenstil um 1800, Gliederung in vier Achsen, Satteldach mit Segmentbiberschwanzdeckung. Vorgängerbauten an jener Stelle reichen bis ins Jahr 1330, hauptsächlich das historische Kellergewölbe betreffend. Ein Brand zerstörte den Vorgängerbau und nach Plänen Johann Lorenz Finks wurde das Anwesen in der bis heute überkommenen Gestalt errichtet. Das EG ist jedoch über die Jahrzehnte mit wechselnder gewerblicher Nutzung umfassend umgestaltet worden. Das denkmalgeschützte Anwesen Lange Straße 15 in Bamberg verbindet laufende Mieterträge mit Entwicklungspotenzial im Bestand. Die Gewerbeeinheit im Erdgeschoss und die 2021 umfassend sanierte Wohnung im ersten Obergeschoss sind gut vermietet. Ihre Erträge können bereits vor der Sanierung der Wohnungen im zweiten Obergeschoss und Dachgeschoss einen Großteil des Kapitaldienstes tragen. Investoren eröffnet sich damit die Möglichkeit, die weiteren Maßnahmen schrittweise umzusetzen. Im Zuge der Grenzpunktbereinigung zum Nachbargrundstück Lange Straße 17 und der Abtrennung des rückwärtigen Seitenbaus wurden Bestandspläne digitalisiert und Genehmigungsstände erfasst. Die Flächenangaben im Angebot stützen sich auf diese Planunterlagen.
Bei Erschließung neuer, zusätzlicher Wohnfläche im Dachraum und ähnlicher, antragswürdiger Vorhaben, sind der Umfang und die Genehmigungsfähigkeit gesondert zu klären. Für die Instandsetzung bzw. Modernisierung von OG2 und DG1 ist die denkmalrechtliche Erlaubnis einzuholen. Das Vorderhaus liegt im förmlich festgelegten Sanierungsgebiet „Tor zur südlichen Kernstadt“ gemäß Stadtratsbeschluss vom 28.05.2025. Das vereinfachte Sanierungsverfahren und der Einzeldenkmalschutz eröffnen grundsätzlich unterschiedliche steuerliche Begünstigungsmöglichkeiten für geeignete Maßnahmen. Für den sanierungsgebietsbezogenen Förderweg ist insbesondere ein vor Maßnahmenbeginn abzuschließender Modernisierungsvertrag mit der Stadt maßgeblich. Welche Aufwendungen begünstigt sind und welcher Förderweg passt, ist vor Beginn mit Stadt, Denkmalbehörde und steuerlicher Beratung abzustimmen. Erforderliche Genehmigungen bleiben zu beachten. Zuschüsse von Stiftungen bedürfen einer gesonderten Prüfung und sind nicht zugesichert. Nach Auskunft des Stadtplanungsamts vom 03.09.2026 löst der Verkauf keinen sanierungsbedingten Ausgleichsbetrag aus; besondere Sanierungsziele für das Anwesen wurden nicht benannt.
Die Dächer wurden in den 1990er-Jahren neu mit Biberschwanzziegeln eingedeckt. Die straßenseitigen historischen Fenster wurden 2005/06 instand gesetzt und durch innere Fenster zur Dämmung ergänzt. Die Wohnung im ersten Obergeschoss erhielt bei der Sanierung 2021 eine Gas-Etagenheizung. Hofseitig wurden die Fenster des Vorderhauses 2023 erneuert. Die Gasheizung des Ladens befindet sich noch im abgetrennten Seitenbau und ist mittelfristig durch eine neue Heizung im Vorderhaus zu ersetzen. Der rückwärtige Seitenbau wurde 2022 als Lange Straße 15A abgetrennt und verkauft; er gehört nicht zu diesem Angebot. Kellerzugang sowie Wege- und Leitungsrechte sind für beide Anwesen grundbuchlich gesichert. Der Seitenbau steht nach vorliegenden Angaben separat erneut zum Verkauf; hierzu ist ein eigenes Exposé erhältlich.
Eckdaten
- Zustand teilsaniert
- Baujahr 1806
- Grundstück 199m²
- Wohnfläche gesamt: ca. 355 m²
- Nutzfläche gesamt: ca. 198 m²
- Verkehrsfläche gesamt: ca. 62 m²
- Brutto-Gesamtfläche: ca. 616 m²
- Wohnung DG frei zum 01.03.2027
- Wohnung 2. OG frei zum 01.03.2027
- Wohnung 1. OG Kaltmiete 1200 Euro
- Laden EG, Kaltmiete 2686,18 Euro
- Status Einzeldenkmal
Energieausweis
Das Gebäude ist denkmalgeschützt und unterliegt somit nicht der Notwendigkeit der Vorlage eines Energieausweises gemäß § 79 Abs. 4 GEG.
Standortfaktor Bamberg
Die Altstadt von Bamberg gehört seit 1993 zum UNESCO-Welterbe. Das 142 Hektar große Welterbegebiet umfasst die historisch gewachsenen Bereiche Bergstadt, Inselstadt und Gärtnerstadt und zeichnet sich durch sein weitgehend erhaltenes mittelalterliches Stadtgefüge sowie bedeutende Bauwerke aus Mittelalter und Barock aus. Die Lage an der Regnitz, die historische Bausubstanz und ein vielseitiges gastronomisches Angebot verleihen der Stadt eine hohe Aufenthaltsqualität. Traditionelle Brauereigaststätten und Bierkeller bilden zusammen mit Restaurants und Cafés einen wesentlichen Bestandteil der Bamberger Stadt- und Alltagskultur.
Bildung: Die Stadt verfügt über ein breit gefächertes Bildungsangebot. Dazu gehören zwölf Grundschulen, vier Mittelschulen, staatliche und private Realschulen, eine Wirtschaftsschule, Förderzentren sowie Fachober- und Berufsoberschulen. Sieben Gymnasien bieten unterschiedliche sprachliche, humanistische, musische, wirtschaftswissenschaftliche und naturwissenschaftlich-technologische Ausbildungsrichtungen an. Hinzu kommen mehrere berufliche Schulen mit Schwerpunkten unter anderem in Metall- und Elektrotechnik, Bau- und Holztechnik, Informatik, Gesundheit, Verwaltung, Gastronomie und Lebensmittelhandwerk. Als Universitätsstadt weist Bamberg zugleich eine vergleichsweise junge Bevölkerungsstruktur auf. An der Otto-Friedrich-Universität waren im Wintersemester 2025/26 insgesamt 9.793 Studierende eingeschrieben; angeboten werden mehr als 100 Studiengänge an vier Fakultäten. Die wichtigsten Universitätsstandorte verteilen sich auf die Innenstadt, den ERBA-Campus an der Weberei und den Campus Feldkirchenstraße. Schulen, Hochschule, Kliniken, Behörden und soziale Einrichtungen tragen wesentlich zur infrastrukturellen Bedeutung Bambergs für das Umland bei.
Infrastruktur: Zum 31. Dezember 2024 wies das Bayerische Landesamt für Statistik für Bamberg 77.150 Einwohner mit Hauptwohnsitz aus. Die Stadt ist gut in das überregionale Verkehrsnetz eingebunden. Der Bahnhof liegt an der ICE-Schnellverbindung München–Nürnberg–Berlin; München ist in weniger als zwei Stunden, Berlin in etwa zweieinhalb Stunden erreichbar. Über die am Stadtgebiet zusammentreffenden Autobahnen A 70 und A 73 bestehen Verbindungen in Richtung Schweinfurt, Bayreuth, Nürnberg, Coburg und Thüringen sowie zu den überregionalen Autobahnen A 3, A 7 und A 9. Der bayernhafen Bamberg ergänzt die Verkehrsinfrastruktur als trimodaler Umschlagplatz für Binnenschiff, Bahn und Straße. Auf einer Fläche von rund 100 Hektar sind dort etwa 70 Unternehmen aus Logistik, Produktion, Recycling und Dienstleistungen angesiedelt.
Wertschöpfung: Bamberg ist nicht nur Verwaltungs-, Bildungs- und Tourismusstandort, sondern zugleich ein bedeutender Industrie- und Beschäftigungsstandort. Größter industrieller Arbeitgeber ist Bosch Bamberg, einer der größten Fertigungsstandorte der Bosch-Gruppe mit rund 5.700 Beschäftigten. Hergestellt und entwickelt werden unter anderem Einspritzsysteme, Zündkerzen und Komponenten zur Abgasnachbehandlung; hinzu kommen Komponenten für Brennstoffzellen und Elektrolyseure. Als sogenanntes Leitwerk übernimmt der Standort zudem die Überführung neuer Technologien in die Serienfertigung und unterstützt andere Werke des internationalen Produktionsverbunds. Brose betreibt in Hallstadt sein Leitwerk für Türsysteme und den Sitz der Elektronikproduktion; ein weiterer Entwicklungsstandort befindet sich am Berliner Ring in Bamberg. Dort liegen Tätigkeitsfelder unter anderem in Fahrzeugelektronik, Embedded Systems, künstlicher Intelligenz und Robotik. Wieland Electric hat seinen Hauptsitz in Bamberg und beschäftigt weltweit mehr als 1.700 Mitarbeiter. Das Familienunternehmen ist internationaler Lösungsanbieter und Weltmarktführer für steckbare Elektroinstallationen in der Gebäudetechnik; ein wesentlicher Teil der Produktion befindet sich weiterhin in Bamberg. Die Wirtschaftsstruktur wird durch zahlreiche spezialisierte Mittelständler ergänzt. Dazu gehören der Leuchtenhersteller RZB, der Hochspannungs-Messwandlerhersteller Trench Germany, die Mediengruppe Oberfranken sowie Unternehmen aus Maschinenbau, Elektrotechnik, Lebensmittelproduktion, Logistik und IT. Zu den Bamberger „Hidden Champions“ zählen Weyermann, Weltmarktführer bei Röst- und Caramelmalzen, und Kaspar Schulz, der älteste noch tätige Brauereimaschinenhersteller der Welt und Marktführer bei Anlagen für Gaststättenbrauereien. Im Landkreis ergänzt Thomann in Treppendorf als weltweit größtes E-Commerce-Unternehmen für Musikinstrumente und Musikequipment das wirtschaftliche Profil der Region.
Kultur: Gemessen an ihrer Größe besitzt die Stadt außerdem ein außergewöhnlich vielfältiges Kulturangebot. Zu den bedeutenden Einrichtungen zählen die Bamberger Symphoniker als Bayerische Staatsphilharmonie, das ETA Hoffmann Theater, das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia, die Staatsbibliothek sowie zahlreiche Museen, Galerien und Kleinkunstbühnen. Bamberg ist darüber hinaus ein etablierter Standort des Kunst- und Antiquitätenhandels; die jährlich veranstalteten Kunst- und Antiquitätenwochen besitzen überregionale Bedeutung.
Freizeit: Das Freizeitangebot umfasst zahlreiche Vereine, Bildungs- und Kultureinrichtungen, das Familien-, Sport- und Freizeitbad Bambados sowie eine Reihe von Freibädern. Ergänzend dazu bietet das Bamberger Land, der Steigerwald, die Fränkische Schweiz und das Obermaintal zusätzliche Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren und für kulturelle Ausflüge. Bekannte Ziele sind Schloss Seehof, Schloss Weißenstein in Pommersfelden, Kloster Ebrach, die Giechburg und die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen.
Hinweise
Alle Angaben zum Objekt beruhen auf Informationen des Verkäufers, bzw. auf die zur Verfügung gestellten Unterlagen, wobei Volker Maisel Immobilien sich um möglichst aktuelle, vollständige und korrekte Angaben bemüht. Gewähr und Haftung für die Objektangaben sind ausgeschlossen. Die im Prospekt enthaltenen Illustrationen, Visualisierungen, Einrichtungsgegenstände und Fotos sind als Skizzen zu verstehen. Sie dienen lediglich Informationszwecken. Zwischenverkauf, Vermietung und Irrtum vorbehalten. Das Angebot ist freibleibend.
Die Denkmal-Aktennummer lautet D-4-61-000-556, mit Eintrag Bürgerhaus, Wohn- und Geschäftshaus, traufständig, dreigeschossig, mit flach gegliederter Hausteinfassade, nach Brand 1789, vielleicht von Johann Lorenz Fink, gleichförmig in einer Reihe mit Lange Straße 17 und 19 (siehe dort) neu errichtet, dreigeschossiges verputztes Rückgebäude mit Satteldach. Nachqualifiziert. Jede Veränderung bedarf der denkmalrechtlichen Erlaubnis nach Art. 6 BayDSchG. Die Lange Straße ist Teil des Ensemble Altstadt Bamberg und Teil des Sanierungsgebiets Tor zur südlichen Kernstadt. Grundsätzlich gilt, dass zur Klärung der erhöhten Absetzbarkeit nach § 7i / § 10f / § 11b EStG ein Steuerberater hinzuziehen ist. Sie setzt eine eine Bescheinigung der Denkmalschutzbehörde und die vorherige Abstimmung der Maßnahmen vor Baubeginn voraus. Da bereits Maßnahmen erfolgt sind, woran man anknüpfen könnte, empfiehlt sich der Kontakt zur Unteren Denkmalschutzbehörde, Bauordnungsamt Stadt Bamberg. Zu rechnende Kaufnebenkosten sind 2,38% Maklerprovision, 3,5 % Grunderwerbsteuer in Bayern, Notar/Grundbuch ca. 1,5–2 %. Wir sind nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet, die Identität der Kunden bei Abschluss festzuhalten. Daher ist es zwingend erforderlich, dass wir Sie zur gegebenen Zeit anhand Ihres gültigen Lichtbildausweis identifizieren.
Provision
Die Nutzung der Dienstleistungen durch die Firma Volker Maisel - Immobilien beginnt mit dem Empfang dieses Angebots. Dadurch kommt ein Vertrag zustande, der bei Kauf 2,38% des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer vorsieht. Die Courtage ist mit Wirksamkeit des jeweiligen Vertrages verdient und fällig. Der Anspruch auf Zahlung ist nach §328 BGB unmittelbar.
